Erzeugergemeinschaft SO!JA w. V.
Vom Feld auf den Tisch


Vorteile

Der heimisch produzierte Soja steht derzeit unter enormen Preisdruck. Es ist gelinde gesagt, eine Frechheit, dass vom Handel für heimische Sojabohnen derzeit gerade einmal 320 Euro pro Tonne geboten werden.

Die Ursache ist relativ einfach darstellbar. Die derzeitig produzierten Mengen liegen über dem normalen Nischenbedarf. Der übliche Nischenbedarf beschreibt die Menge, die vereinzelte Erzeuger einsetzen können, da ihre eigene Vermarktung auf Regionalität und GMO-freie Produktion ausgelegt ist.

Die Mehrmenge steht automatisch im Wettbewerb mit Ware aus Übersee und aus anderen europäischen Staaten.

Die Chance, die Sojabohne als wertvolle und Deckungsbeitrag bringende Kultur in Deutschland zu etablieren liegt darin, die heimische Sojabohne in solchen Mengen zur Verfügung zu stellen, dass die Veredler (Eie-r, Milch-, Fleischerzeuger) ihren Bedarf aus dem regionalen Angebot besser decken können.

In Folge wird es möglich sein, dem Verbraucher regional erzeugte Lebensmittel in größerer Bandbreite anzubieten. Damit wird ein Kreislauf zwischen Nachfrage, Erzeugung und Angebot gewährleistet.

Zusätzlich wird sichergestellt, dass dem Soja anbauendem Betrieb ein Preis angeboten werden kann, der eine dem Soja gebührende Wirtschaftlichkeit darstellt.

Ziel der EZG SO!JA ist es, in Mitteldeutschland in den nächsten 5 Jahren bis zu 10.000 ha Soja anzubauen. Das wird positive Auswirkungen auf die angrenzenden Gebiete haben.

Die EZG SO!JA wird administrativ als Bindeglied zwischen Anbauern, Veredlern und dem Lebensmitteleinzelhandel vermitteln und organisatorisch tätig sein.

Dadurch das Soja für die Verwendung eine thermische Behandlung benötigt (Eliminierung antinutritiver Stoffe) wird die EZG SO!JA gemeinsam mit ihren Mitgliedern in Toast- und Pressanlagen investieren und diese selbst betreiben.

Für den Verbraucher:

Soja ist eine der wertvollsten Eiweiß- und Ölpflanzen der Welt. Die Eiweißzusammenstellung ähnelt dem Muster tierischen Eiweißes. Damit gibt es praktisch keine Alternative die den Einsatz von Soja in der Tierfütterung als auch in der Lebensmittelherstellung ersetzen kann. Die tierische wie die menschliche Ernährung ist evolutionär auf den Bedarf von tierischen Eiweiß angewiesen. Mit Soja können wir dies in beiden Fällen darstellen – also auch für Menschen die sich vegetarisch oder vegan ernähren möchten.

Soja hat aus mehreren Gründen in den Letzten Jahren eine schlechtes – und ein nicht gerechtfertigtes Image erfahren. Daran ist aber nicht der Soja schuld – sondern wie fast immer, der Mensch.

Soja ist bei uns neben Mais die bekannteste Kulturpflanze, die weltweit am häufigsten als genmanipulierte Variante zum Einsatz kommt. Die eigentlichen Effekte, die durch die genetische Veränderung zur Wirkung kommen sollten, sind nur bedingt - und wenn dann mit enormen Belastungen der Umwelt - gegeben. Zum anderen wissen wir tatsächlich immer noch nicht, ob die GMO-Pflanzen in unserer Ernährung und damit auf unser Sein einen negativen Einfluss haben.

Der enorm steigende Bedarf an Soja hat dazu geführt, dass in den Hauptanbauländern ökologisch wertvolle Urwälder gerodet wurden, um Flächen zu gewinnen.

Die Zulieferung aus den Überseeländern führte zudem zu einer Monopolisierung des Sojaanbaus. Des Weiteren muss dieser Soja dann in die Bedarfsregionen verbracht werden. Das heißt, die globale Belastung allein durch den Transport von Soja bis zum Verbraucher führt zu einer sehr hohen CO2 Emission.

Zum anderen führt der monokulturartige Anbau von Soja in den Hauptlieferländern zu einer Verarmung der Landbevölkerung, wirtschaftlichen und sozialen Abhängigkeiten und einer Reduzierung der eigenen gesamtheitlichen Lebensmittelproduktion. Statt den Lebensmittelbedarf aus Grundnahrungsmitteln in allen Ländern selbst zu organisieren – wird dieser auf Schwerpunktkulturen reduziert. Länder wie Argentinien und Brasilien müssen Lebensmittel für die Eigenversorgung – also anderer Agrarprodukte - einführen.

Mit dem Sojaanbau in Deutschland sorgen wir für eine bessere Situation in sehr vielen Punkten:

1.      Kein genetisch veränderter Soja

2.      Regionale Versorgung – damit kurze Wege – und bessere CO2-Bilanz

3.      Soja bringt mehr Leben  ins Feld – die Biodiversität der Böden wird enorm erhöht

4.      Die Nutzung von eigenem Sojaöl, welches langfristig das Palmöl aus dem Markt verdrängen wird. Palmöl wird unter umweltbelastenden Bedingungen und ebenfalls in Monokulturen hergestellt und über tausende km nach Deutschland verbracht.

5.      Sichere Einkünfte für die deutsche Landwirtschaft durch regionale Produktion

6.      Sichere nachvollziehbare Lebensmittel aus der Region – für die Region

Achten sie in Zukunft auf unser Zeichen: